Historischer Hintergrund

Suppangut

Der Name „Suppan“ bedeutet Slawischer Stammesältester. Der Hof besteht demnach seit der Zeit der slawischen Siedlungsperiode im Lungau von

654 bis zum Jahre 772.

Suppangut
Suppangut

Später hatte der Hof bajuwarische Grundherren inne. Nachweisbar sind seit etwa 1279 die Schloßberger, ab 1383 die Ritter Waldegker, die um 1400 den Turm zu Pichl erbauten. Sie vererbten Turm und Hof in der Verwandtschaft weiter an die Ritter Tannhäuser, die ihn von 1445 bis 1640 besaßen. Von ihnen erwarb ihn der Gewerke Jocher in Mauterndorf und übergab ihn 1659 als Hochzeitsgabe an seine Tochter Maria Johanna, verehelichte Gräfin Platz. Diese letzte Grundherrschaft der

Grafen von Platz dauerte bis 1850.

 

Als Bauern scheinen auf:

  • um 1460 Hans der Suppan,
  • ab 1550 nachweisbar die Familie der Kulbmayer bis 1781
  • durch Heirat und Erbgang übergeben an die Löcker bis 1887
  • in der Verwandtschaft weitervererbt an Melchior Schitter und
  • 1945 an dessen jüngste Tocher Christine, verehelichte Prodinger
  • 1983 wurde der Hof an den Sohn Josef übergeben, der ihn bis 2012 mit seiner Frau Maria bewirtschaftete
  • seit Jänner 2012 wird der Hof von deren Sohn Leonhard geführt.

Burgruine Pichl

Burgruine zu Pichl
Burgruine zu Pichl

Die Reste der Burg Pichl stehen am Rande einer gegen die Taurach abfallenden Terrasse. Pichl war ein für die Zeit typischer quadratischer Wohn- und Wehrturm. Erhalten ist eine teilweise viergeschossige Mauer aus Schichtmauerwerk. Dafür wurde vor Ort vorfindbares Geschiebe- und Bruchsteinmaterial verwendet.

Troadkostn (Getreidespeicher)
Troadkostn (Getreidespeicher)

Die gerundeten Fensterlaibungen im zweiten Obergeschoss wurden in Tuffstein von einer Lagerstätte in Weißpriach ausgeführt. Im 19. Jahrhundert wurden ein Getreidekasten und ein Keller eingefügt und an der Westseite ein (in der Zwischenzeit wieder abgebrochener) Schuppen hinzugebaut. Bei dem südlichen Eingang in den Troadkasten finden sich in zwei Wandnischen leicht überlebensgroße, hölzerne Figuren des hl. Georg und des hl. Florian aufgestellt, beide wurden um 1900 in Stadl an der Mur in der Steiermark erworben. Im 20. Jahrhundert wurde im Osten ein Austraghaus an die Mauerreste angefügt.

Suppankapelle

Auf einer kleinen Anhöhe neben der Burg stand eine Kapelle. Diese wurde 1872

erbaut, um die bei der Renovierung der Wallfahrtskirche Mariapfarr nicht mehr

erwünschten barocken Seitenaltäre zu retten.

 

Im Jahr 1966 wurde diese von Christine und Josef Prodinger neu erbaut, damit alle Gemälde und Statuen einen würdigen Platz erhalten. Seither wird die Kapelle von jeder Generation mit viel Respekt erhalten und gepflegt.

 

Gerne können Sie in unserer Kapelle heiraten und seit 2013 darf am Suppangut auch standesamtlich der Bund fürs Leben geschlossen werden.


Suppan-Kapelle, neu erbaut 1966
Suppan-Kapelle, neu erbaut 1966